Interview: Jung fragt Alt

Marina Schürmann und Wilhelm Rosentrit, Auszubildende der Rayermann Gruppe, fragten in einem persönlichen Gespräch mit Gerd-Michael Rayermann das, was sie immer schon mal wissen wollten. Herausgekommen ist dabei ein Rück- und Ausblick der besonderen Art.

 

Wie hat sich die Firma Rayermann vom damals führenden Brennstoffhändler in NRW zum Immobiliendienstleister im Großraum Düsseldorf entwickelt?

Als ich in den 80er Jahren ins Unternehmen meines Vaters einstieg, entwickelte sich der gesamte deutsche Brennstoffmarkt gerade vom Produktions- zum Handelsmarkt. Wegen der damit einhergehenden Dominanz der Ölkonzerne auf dem Brennstoffmarkt sahen wir für die Zukunft unseres Unternehmens keine Perspektive.

Die Nähe zu Immobilien und die starke Bindung zu unseren Kunden ließen einen parallelen Neustart in die Immobilienwelt zu. Anfangs wurden die Immobilienkunden noch von der Sekretärin meines Vaters betreut. Und ich selber bin als Objektbetreuer zu jedem tropfenden Wasserhahn rausgefahren. So entstand Rayermann als Immobiliendienstleister.


Wie sah die Vermietung von Wohnungen und Häusern vor Immobilienscout24 aus?

Das lief ausschließlich über die Printmedien wie Tageszeitungen und Fachmagazine. Dadurch war die Suche viel zeitaufwendiger und es war schwieriger Informationen an den Mietinteressenten zu bringen. Was heute an Informationen wie Bilder, Grundrissen und aktuellen Nebenkostenzahlungen so einfach ins Netz zu stellen ist, war damals nur mühsam zu erlaufen oder auf dem Postwege zuzustellen. Auch ist die überregionale Suche heute viel einfacher geworden. Früher brauchte man Kontakte in den jeweiligen Städten und musste erst einmal herausfinden, wo denn die besten Wohnungen überhaupt inseriert sind.


Waren die Immobilien früher noch bezahlbar?

Da hat sich nicht viel geändert. Auch damals gab es teuren und preiswerten Wohnraum. Die Nachfrage ist heute ein wenig höher und die bevorzugten Stadtteile sind in das Luxusniveau aufgestiegen. Man muss also bei der Suche flexibler sein und heute über Stadtgebiete nachdenken, die morgen vielleicht einen ähnlichen Aufschwung erleben. So sind z. B. heute die Gebiete Flingern, Derendorf und Bilk sehr begehrt.


Welche wichtigen Entwicklungen werden die Rayermann Unternehmensgruppe in den nächsten Jahren prägen?

Das wichtigste Thema für die nächsten Jahre wird die Digitalisierung sein, bei gleichzeitiger Verbesserung der Dienstleistungen für unsere Kunden. Das heißt: weg von zeitaufwendigen Arbeitsabläufen, hin zu schlanken betrieblichen Ablaufstrukturen, damit unser heutiger Service aufrechterhalten bleibt. Wir wollen unsere Kunden in die Lage versetzen, jederzeit und von jedem Ort aus Zugriff auf seine Wohnungs- und Objektdaten zu haben. Der zukünftig notwendig werdende Zeitaufwand für die Objektbetreuung und die Kundenbetreuung soll damit kompensiert werden.

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